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Herzlich willkommen auf der Seite unseres Fördervereins
Freunde und Förderer der DPSG Lüchtringen e. V.

Warum Förderverein? - Darum Förderverein!

    Wer kennt das Datum Freitag, 7. Oktober 1927? Alle wissen, dass es mal so ein Datum gab. Doch was war an diesem Tag? In Lüchtringen wurde die Pfadfinderschaft ins Leben gerufen. Ziel war es, jungen Menschen eine kritische Weltanschauung zu vermitteln, ihnen einen Freiraum für Kreativität und neue Ideen zu schaffen, sie zur Verantwortung für sich, zu anderen und zur Natur heranzuführen, sie aber auch zur Mitarbeit in Kirche und Gemeinde zu begeistern. Eine wunderbare Idee, die im geweihten Lilienbanner des Stammes verankert wurde und gute Früchte getragen hat.

   Doch was damals schon viele mit großer Sorge befürchteten, wurde schleichende Wirklichkeit. Das hoffnungsvolle Lilienbanner der DPSG wurde verboten mit samt den guten Ideen, für die es einst der Garant war. Millionen Fahnen mit Hakenkreuz sollten das „Tausendjährige Reich“ einläuten. Aber nach wenigen Jahren vernahm man nur noch den dumpfen Klang der „Totenglocke“, der viele Millionen unschuldige Menschen und der einst blühenden Heimat - jetzt in Schutt und Asche gelegt - das letzte Geleit gab.

   Man schrieb das Jahr 1950. Hier setzte sich die Gewissheit durch, dass Panzer und Diktaturen, Unterdrückung und Macht, die Ideen des Herzens nie und nimmer auslöschen können. Engagierte Jugendliche unter der Anleitung von „Alten Hasen“ und Eltern wurden in der herbstlichen Jahreszeit aktiv, um zum zweiten Male in Lüchtringen die Pfadfinderschaft der DPSG zu gründen. Die Ziele waren die gleichen, aber die Erfahrungen der vergangenen düsteren Zeit prägten die Stammesarbeit erheblich. Es waren wieder erlebnisreiche fruchtbare Jahre für die jungen Pfadfinder, dessen Aktionen in den Stammesbüchern noch heute bestaunt werden können.

   Nun hat ein Pfadfinderstamm immer gute Karten, wenn er im Besitz von vielen verantwortungsvollen Leitern ist, die ihre Ideen und ihre Freizeit auch einbringen können. In Deutschland ging es steil bergauf, die Wirtschaft boomte, Arbeit gab es reichlich, die Aussichten auf eine sorgenfreie Zukunft stiegen von Tag zu Tag. Leider war es bei den Pfadfindern etwas anderes, denn mit dem Wohlstand wuchs auch das Angebot an vielen neuen Freizeitmöglichkeiten und Vereinen. Auch dass viele junge Menschen, zum größten Teil von Beruf Maurer aus unserem traditionsreichen Maurerdorf waren, die in allen Teilen des Landes ihren Arbeitsplatz hatten, wirkte sich nachteilig auf die Leitersituation im Stamm aus. So musste im Dezember des Jahres 1963, nach vielen segenreichen Jahren aufgrund von fehlenden Leitern, der schmerzliche Entschluss gefasst werden, den Stamm Lüchtringen zu schließen. Eine bittere Enttäuschung für die damals aktiven Pfadfinder und die, die sich schon so sehr auf ihren baldigen Eintritt gefreut haben.

   Im Jahre 1981 wurde ein erneuter Versuch unternommen, die DPSG in Lüchtringen zu gründen und mit Leben zu erfüllen. Heute nach 30 Jahren dürfen alle stolz sein, dass das voll und ganz gelungen ist. Noch nie hat in Lüchtringen ein Pfadfinderstamm so lange seine Existenz behauptet. Doch auch hier schleichen sich wieder seit einigen Jahren die bekannten Probleme ein. Was früher die Abwanderung der Fachkräfte inspirierte, war das ersehnte auch in dieser Zeit sehr nötige Geld das man in der Fremde verdienen konnte, weitaus mehr mit allen Zulagen und sonstigen Entschädigungen als in unserer Heimatnähe. Heute ist es die leidige Tatsache, dass es in unserer Gegend bei weitem nicht mehr genügend Arbeitsplätze gibt um hier das Geld für den nötigen Lebensunterhalt zu verdienen. Den Arbeitsuchenden, insbesondere den jungen Menschen bleibt leider gar keine andere Wahl, sie müssen daher ihre geliebte Heimat verlassen. Wenn dieser Trend weiterhin so anhält, gehen viele Dörfer, ja sogar Städte mit ihren Einwohnern düsteren Zeiten entgegen, sicherlich eine sehr ernst zu nehmende wirtschaftliche und politische Fehlentwicklung, die es dringend zu stoppen gilt.

   In den letzten fünf Jahren mussten so viele verantwortungsbewusste gute Leiter, die so wichtig für die Stammesarbeit waren und sehr gute Arbeit geleistet haben, aus diesem Grund umsiedeln. Sie alle pflegen noch heute eine intensive sehr gute Verbundenheit zu ihren Heimatstamm und haben ihre Mitgliedschaft ganz bewusst nicht aufgegeben, ein Votum, das für hervorragende Stammestreue spricht. Aber die Vergangenheit hat auch gezeigt, dass eine gute Jugendarbeit im Stamm nicht funktionieren kann, wenn ausgebildete Leiter fehlen, oder nicht genügend zur Verfügung stehen, um in Gruppenstunden und Aktionen Kinder und Jugendliche ehrenamtlich zu betreuen. Tatsache ist, dass diese Situation auch nicht ein ortsspezifisches Stammesproblem ist, sondern ein generelles Vakuum in sehr vielen Pfadfinderstämmen.

   Doch so schnell haben sich die verbliebenen Leiter im Stamm nicht entmutigen lassen. So setzen sie zur Gruppenarbeit einige interessierte Roverinnen und Rover als Leiteranwärter ein, die unter Anleitung der ausgebildeten Leiter Erfahrungen sammeln und in den Gruppenstunden und Aktionen schon eine wertvolle Hilfe sind. Dieses ist hoffentlich nur ein zeitlicher Notbehelf, der auch in den Satzungen der DPSG nicht vorgesehen und verständlicher Weise nicht erwünscht ist.

   Da viele Stämme mittlerweise mit diesen Problemen konfrontiert sind, haben sich in verschiedenen Orten schon eingetragene Fördervereine gegründet, die den Stamm mit Rat und Tat zur Seite stehen, fruchtbare Arbeit leisten, eine Entlastung für Vorstand und Leiter bedeuten, ohne die Eigenständigkeit des Stammes anzutasten. Sie sind mittlerweile unverzichtbar geworden. Eine solche Einrichtung würde auch manche Probleme im Lüchtringer Pfadfinderstamm minimieren, die Planungsmechanismen erleichtern und die Arbeit effizienter machen zum Wohle der Jugendarbeit im Stamm. Angesichts dieser Tatsache haben sich verantwortungsbewusste Idealisten zusammengefunden, und einen mit solchen Aufgaben betrauten Förderverein gegründet. Klaus Trowe